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Uraufführung: POP AMOK
Die Geschichte der Pop-Band „Die Hallodus“ - nach einem Text von Markus Riexinger

FTM-Freies Theater München / Kurt Bildstein

Premiere: Donnerstag, 14. November 2019 - 20.30 Uhr
Weitere Aufführungen: 15./16. und 21./22./23. November 2019 - 20.30 Uhr

MUCCA, Schwere-Reiter-Straße 2, 80637 München
Reservierung: post@freies-theater-muenchen.de und Tel. 0170 1141 887

Das neue Stück des TITANIC-Autors Markus Riexinger (geboren 1981 in der bayerischen Hauptstadt, seit 2007 wohnhaft in Berlin) ist bereits sein zweiter Text, den er exklusiv für das FTM-Freies Theater München verfasst hat. Wie bereits in „JACKY" (der FTM-Produktion von 2017) setzt sich Riexinger mit anarchischem Humor mit Menschenrechten, Neonazis, der Freiheit der Kunst und anderen Phänomenen auseinander, die er in einer wild durch die Zeiten (Gegenwart, Mittelalter, Zukunft) springenden Handlung am Beispiel einer Musikband behandelt. Ausgehend von diesem Stück entwickelt Kurt Bildstein im Spannungsfeld von Ethik und Ästhetik sein neues Projekt „Pop Amok“. Sein Schwerpunkt liegt auf der Frage: Was ist heute überhaupt noch erlaubt? In der Kunst, in der akademischen Lehre, im Alltag? „Es gibt Beispiele, wo Jura-Studenten Vorlesungen über Themen wie Vergewaltigung, Literatur-Studenten Vorlesungen über Klassiker wie z.B. Shakespeares ’Kaufmann von Venedig’ (geschrieben zwischen 1596 und 1598), wegen Antisemitismus oder ’Titus Andronicus’, wegen Gewalt und Grausamkeit, ablehnen. Gewarnt wird vor ‚Expliziter Sprache’, ‚Sexuellen Situationen’, ‚Erwachsenen-Humor und -Inhalten’ etc... Nicht nur die ‚Interact- Theatre-Company’ in Philadelphia hat einen ‚Safe Space’ für ‚Sensitive Guys’ page1image13992 eingerichtet, die traumatische Theatererfahrungen dort diskutiert und anderweitig behandelt sehen können“, sagt Kurt Bildstein. Und Bernd Graff fragte in der Süddeutschen Zeitung: „Es gibt jetzt eine Generation junger Erwachsener, die erwartet, vor jeglichem Unbehagen gewarnt oder geschützt zu werden. Was aber soll Kunst noch, wenn man von ihr nicht mehr überrascht werden darf?“ Kann der Künstler sich nur noch als Hofnarr frei äußern?

Kurt Bildstein wurde in Schwäbisch Gmünd geboren. Er studierte in München Architektur und machte Körper- und Stimmarbeit (Theaterausbildung) bei George Froscher. Zusammen mit George Froscher (1927- 2015) gründete er 1970 das Freie Theater München (FTM). Sie bauten eine Theatergruppe anhand eines speziellen Trainingsprogramms auf, das Bewegungs- und Stimmtraining, Straßentheater und Akrobatik umfasst. Bildstein war von Beginn an Darsteller, Regisseur und Trainingsleiter beim Freien Theater München sowie bei Theaterprojekten u. a. in Brasilien (São Paulo, Belo Horizonte, Brasilia), Peru (Lima), USA (University of South Florida, Tampa), Israel (Tel Aviv/Akko), Neuseeland (Christchurch), Kenia (Nairobi), mehrmals in Zusammenarbeit mit dem Goethe- Institut.

Markus Riexinger wurde 1981 in München geboren und lebt in Berlin. Er ist als Autor und Schauspieler tätig, gründete die Theaterensembles „Wir sind nicht Mick Jagger“ und „Wir sind nicht John Lennon“ und bezeichnet sich selbst als „Komiker“. Lionel Vico schrieb über ihn: „Riexinger formuliert im Prinzip keinen einzigen 'geraden' Satz, also keinen, der für sich alleine sinnvollen Bestand haben würde; das heißt natürlich, daß die in den Erzählungen aneinandergereihten Sätze in einer bornierten, rationalistischen Betrachtungsweise ebenfalls weitgehend sinnfrei sind. Doch Riexinger gelingt auf dieser Grundlage die Erschaffung eines ganzen Paralleluniversums (genauer: ganzer Paralleluniversen), in dem sich meist menschliche Wesen tummeln, die durchaus der Realität abgeschaut, aber allesamt gewissermaßen minimal aus der Spur geschubst wurden. Sie können offenbar gar nicht anders, als permanent Unsinn zu treiben, ohne es zu merken. Dies fühlt sich aber bei Riexinger wie der angemessenste Umgang mit einer komischen Welt an. Fühlen tut dies aber wohl nur, wer bei der Lektüre der Riexingerschen Komödien dem Ratschlag folgt: Lasst, die ihr eintretet, alle Trübsal fahren.“


Performer*innen: Jamal Braun, Kathrin Gerlsbeck, Hannah Katharina Graf, Kathrin Knöpfle, Oleg Tynkov, Lola Vasco, Marie Winkelmann

Performance: Rosi Pfaff, Live-Camera: Christoph Dähne

Musik: Colin Gilder (Schlagzeug), Harald Rettich (Gitarre), Hans Wolf (Klavier, Komposition)

Umsetzung: Alina Belyagina (Choreographie), Michael Bischoff (Licht, Raum), Peer Quednau (Video-Installation, Ton)

Jörg Besser (Anfertigung Schlagzeug-Wagen), Peter Pruchniewitz (Assistenz, Co-Regie), Christiane Pfau (PR)

Inszenierung, Entwurf Raum, Kostüm: Kurt Bildstein, FTM-Freies Theater München Text: Markus Riexinger

Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München




FTM : GEORGE FROSCHER & KURT BILDSTEIN - Steinsdorfstr. 19, D-80538 München - FON: +49 (0)89 - 20091402 : IMPRESSUM